Verein

GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG DES VEREINS

100 Jahre Wachholderbusch

GESCHICHTE | 100 Jahre ZiStV Wachholderbusch

Geschichte und Entwicklung des Vereins

100 Jahre... sind eine lange Zeit. Aus der frühen Vereinsgeschichte hat schriftlich leider nichts diese Zeit überdauert.

Bekannt ist, dass nur in dieser, aus heutiger Sicht „ersten Zeit“ mit Zimmerstutzen und Kleinkaliber geschossen wurde. Im Wald heute nur noch zu erahnen, lag der damalige Schießstand schräg jenseits der Straße, Richtung Selbitz.

Die Gründung des Vereins fand zeitgleich mit der Einweihung der Gastwirtschaft Schneider in Wachholderbusch statt. Schon ein Jahr nach der Gründung wurde das Vereinsleben durch den 1. Weltkrieg unterbrochen, im 2. Weltkrieg kam es vollständig zum Erliegen und danach waren Schützenvereine erst einmal verboten.

Der erste Eintrag im Protokoll-Buch von 1951 lautet:

„Auf vielseitigen Wunsch wurde seitens neuer und alter Mitglieder der seit 1913 bestehende Zimmerstutzen-Verein, der durch den Krieg 1939–1945 in seiner sportlichen Ausübung behindert war, am 9. Dezember 1951 wieder ins Leben gerufen.“

In der Reihenfolge namentlich genannt sind 15 Gründungsmitglieder: Max Schneider, Adam Kießling, Adam Fickenscher, Hans Hörl, Andreas Kaiser, Max Pöhlmann, Gerhard Fickenscher, Werner Kießling, Walter Kießling, Alfred Groß, Horst Zech, Herbert Richter, Georg Frank, Erich Schneider und Manfred Schneider.

Bau der Schützenhütte 1952
Bild: Bau der Schützenhütte 1952
Schützenfest 1952
Bild: Schützenfest 1952

Die erste Vorstandssitzung fand am 16. Dezember 1951 in der Gastwirtschaft Schneider statt, die bis zu ihrer Schließung 1986 das Vereinslokal des neuen alten „Buscher“ Schützenvereines bleiben sollte. Alle Gründungsmitglieder von 1913 wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, das erste Übungsschießen auf den 26. Dezember 1951 festgelegt.

Im Sommer 1952 hatte der Verein bereits 37 Mitglieder. Die Aufnahmegebühr betrug 1 DM, der monatliche Beitrag 20 Pfennige.

Bau der Dreh-Schießstände 1952

Sportliches Schießen war in der Nachkriegszeit nur mit Luftdruck-Waffen erlaubt. Der Mangel musste durch Fantasie und Eigenleistung ausgeglichen werden. Trainiert wurde im Saal der Gastwirtschaft mit selbst gezimmerten Dreh-Schießständen. Weil der Holzfußboden federte und so manchen Schuss daneben gehen ließ, wurde in den Sommermonaten für jedes Schießen im Garten ein kleines Zelt aufgebaut. Ausgeliehene Bretter von landwirtschaftlichen Truhenwagen dienten dabei als Schutzwand.

(Auf dem Foto von links: Alfred Groß, Walter Kießling. Fotograf: Alfred Groß)

Der Weg zum Trap-Schwerpunkt

1971 regte Erwin Schott die Bildung einer Tontaubengruppe im Verein an. 1972 wurde ein Halbautomat angeschafft und zum ersten Mal auch sportlich Trap geschossen. Im Rahmen des jährlichen Sommerfestes fand der erste Wettkampf statt, den Hans Rödter gewann.

1973 nahmen Wachholderbuscher Trapschützen erstmals an der Bezirksmeisterschaft in Tambach b. Coburg teil und qualifizierten sich zur Bayerischen Meisterschaft.

1974 wurde die erste Gau- und Bezirksmeisterschaft Trap in Wachholderbusch ausgetragen, sowie ein zweitägiges Pokalschießen der Kreisgruppen Naila und Hof des Bayerischen Landesjagdverbandes. Einige Trap-Schützen nahmen in Pfarrkirchen an einem Lehrgang bei Weltmeister und Olympiasieger Konrad (Conny) Wirnhier teil.

1975 kaufte man einen Turbulenz-Automaten, um auch weiterhin konkurrenzfähig zu sein, da die meisten auswärtigen Stände bereits auf diese Technik umgestellt hatten. 1976 kam die erste Abruf-Anlage dazu. Im April 1978 besuchte Olympia-Sieger Conny Wirnhier den Verein und gab Trainings-Tipps vor Ort. Es folgte die Überdachung der einzelnen Wurfscheibenstände.

Umbau des Luftgewehrstandes
Bild: Transport der Maschine / Umbau des Luftgewehrstandes

Ende 1979 verließ eine Gruppe von Trap-Schützen den Verein. 1980 übernahm Hans Rödter die Leitung des Trapschießens und von 1984–1992 auch das Amt des Schützenmeisters Trap. Zusammen mit der neuen Vorstandschaft unter Bernhard Müller ab 1987 lebte das Trapschießen im Verein mit neuen und alten Mitgliedern wieder auf. Seitdem waren Aufstieg und Erfolg der Wachholderbuscher Trapschützen und -schützinnen nicht mehr aufzuhalten.

Unser Vereinsheim im Wandel

1979 blieben nach dem Abriss des alten Wohnhauses der Familie Max Schneider der Vereinsraum und der Freischießstand bestehen. 1980 wurde ein Aufenthalts-, Gewehr- und Abstellraum angebaut und der bisherige Vereinsraum zum Luftgewehrstand umfunktioniert. Damit standen nun 10 Freistände und 5 innenliegende Luftgewehrstände zur Verfügung.

Mit dem Küchen- und WC-Anbau 1987 erhielt das Vereinsheim sein heutiges Aussehen. 2010 wurde der nicht mehr benötigte Luftgewehr-Freistand in einen „Vereins-Biergarten“ umgestaltet, um die Sommermonate windgeschützt im Freien genießen zu können.

Auch die Entwicklung der Mitgliederzahlen spiegelt den Lauf der Zeit:

  • Von der Wiedergründung bis 1979 stieg die Zahl der Mitglieder kontinuierlich auf 130.
  • 1986 waren es nur noch 102.
  • Mit 173 Mitgliedern hatte der Verein im Jahr 1995 die meisten Mitglieder seiner Geschichte.

Der Verein heute

Im Jubiläumsjahr 2013 hat unser Verein 133 Mitglieder und ist sportlich sehr gut aufgestellt. Schießanlage und Vereinsheim wurden im Lauf der Jahre in ehrenamtlicher Eigenleistung ständig renoviert und durch Neuanschaffung von Ausstattung und Ausrüstung auf den neuesten Stand gebracht. Unser guter Geist Renate Günther sorgt im Vereinsheim seit Jahren ehrenamtlich für das leibliche Wohl.

In Wachholderbusch befindet sich heute der einzige olympische Wurfscheibenstand im Schützenbezirk Oberfranken. Der Schwerpunkt ist die Disziplin Wurfscheibe Trap sportlich, auch Doppeltrap wäre möglich. Durch die Nähe zur Autobahn-Anschlussstelle Selbitz/Naila der A9 und die B173 sind wir aus allen Richtungen gut zu erreichen.

Seit Jahrzehnten finden bei uns Gau-, Oberfränkische Meisterschaften und Pokalschießen des BSSB statt. Unsere offenen Wettkämpfe nach Richtlinien des DSB besuchen Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet und den Nachbarländern. Der jährliche „Große Preis von Wachholderbusch“ hat in Trap-Kreisen einen sehr guten Ruf und ist immer recht schnell ausgebucht. Jungjägerausbildungen und andere Veranstaltungen des Bayerischen Jagdverbandes werden bei uns ebenfalls durchgeführt.

Dass sich unser Verein im Wandel nicht immer einfacher Zeiten auch nach 100 Jahren noch auf einem guten Weg befindet, macht uns mit Recht stolz. Wir haben sportliche Erfolge, eine schöne Anlage und ein aktives Vereinsleben.

Allen in Vergangenheit und Gegenwart daran Beteiligten gebührt deshalb ein herzliches „Dankeschön“, verbunden mit der Bitte an die uns Nachfolgenden:

„Weiter so und immer Gut Schuss!“